Conversational UI: Das User Interface der Zukunft

Leftshift OneLesezeit: 8 Minuten

Ein sinnvoller Assistent ist mehr als nur Frage-Antwort-Spiel. Chatbots waren gestern, Conversational UI ist morgen.

User Experience und Service stehen immer an erster Stelle. Ein digitaler Assistent, der das nicht beherzigt, ist sein Geld nicht wert. Selbst Google musste eingestehen, dass klassische Chatbots als Assistenten nicht ausreichen. Unterstützende Software berücksichtigt im Idealfall immer drei Eckpfeiler. Erstens sollte die Nutzererfahrung immer vollständig sein – also eine wirkliche End-to-End-Experience. Am Ende der Interaktion müssen alle Fragen geklärt und eine zufriedenstellende Lösung für den User erreicht sein.Zweitens ist es Aufgabe der Entwickler, die Bedienung einer Anwendung so einfach wie möglich zu gestalten. Wer Hilfe in einer App sucht, will sich nicht auch noch durch umständliche Eingaben oder unübersichtliche Menüs quälen. Konsequenterweise ist der dritte wichtige Faktor die Empathie und Personalisierung der Software. Wenn sich User verstanden fühlen und die Software speziell auf ihre individuellen Sorgen eingeht, sorgt das für eine angenehme Erfahrung und steigert gleichzeitig die Effektivität.

Conversational UI als logischer Schritt

Genau deshalb soll ein neues Interface den Aufbau der digitalen Helfer revolutionieren. Conversational UI klingt auf den ersten Blick eigentlich noch nicht innovativ. Eine Konversation konnten wir mit einem herkömmlichen Chatbot doch auch führen. Wo also liegt der Vorteil dieser neuen Variante?Stellen Sie sich vor, sie möchten auf ihrem Smartphone Informationen über ihre nächste Urlaubsdestination abrufen. Die erste Frage könnte etwa lauten: “Wie ist das Wetter in Barcelona?” In einem Textfeld einer herkömmlichen App erscheint daraufhin die entsprechende Antwort. Sie möchten außerdem die Information auf ein bestimmtes Datum beschränken und zusätzlich noch etwas über Geschichte und Sehenswürdigkeiten erfahren. Weitere Fragen und Antworten erscheinen auf dem Display und irgendwann ist die Anfangsfrage nicht mehr sichtbar.

Visualisierung als Schlüssel

Conversational UI erweitert die bisherige Darstellung solcher Chatbots und macht aus ihnen tatsächliche Assistenten. Der klassische Frage-Antwort-Teil verschwindet nicht vollständig, räumt aber zusätzlichen Funktionen mehr Platz ein. So wird die jeweilige Suche in einer innovativen App auch visualisiert. Die Frage nach Sehenswürdigkeiten gibt beispielsweise neben Text auch Bilder derselben aus.Interessiert den User auch noch das Wetter, ergänzt das Suchergebnis die Visualisierung mit einer entsprechenden Infografik, statt wie bisher die vorangegangenen Fragen und Antworten nach und nach vom Display zu verdrängen. So bleiben zusammenhängende Themen immer gesammelt sichtbar.

Flexibilität durch KI

Selbst wenn wir in der Zwischenzeit andere Wünsche an unseren Assistenten richten, vergisst dieser die ursprüngliche Suche nicht. Künstliche Intelligenz arbeitet im Hintergrund auf mehreren Ebenen. Zum einen erkennt diese semantische Zusammenhänge der einzelnen Anfragen und koppelt diese in einer gemeinsamen Visualisierung.Zusätzlich erstellt sie passende Vorschläge zu weiteren Webinhalten, die den User interessieren könnten und ihm eine weitere Hilfe zu seinen Fragen sind. Das wird im Interface wiederum in einem eigenen Bereich abgebildet, ohne dabei die aktuelle Eingabe oder die Ergebnisse zu verdrängen.Leftshift One denkt diese Möglichkeiten konkret weiter und arbeitet bereits an einer eigenen Conversational UI. Einzelne Elemente erproben wir bereits im Rahmen mehrerer Fallstudien. Am Ende könnte dabei etwa ein smarter digitaler Reiseassistent wie CHLOE entstehen, der neben Reiseangeboten auch gleich Eventtipps ausgibt, wie das auch im Falle des Digitalisierungsassistenten DAVE möglich sein soll.

Assistenz nach Maß

Sowohl auf Makro - als auch Mikroebene ist unser Ziel ein maßgeschneiderter digitaler Assistent. Wie beim Training unserer Sprachmodelle soll die fertige Anwendung perfekt auf den jeweiligen Use Case angepasst sein. Dazu gehört nicht nur, die richtigen technischen Komponenten zu kombinieren.Auch die Art der Ein - und Ausgabe muss dem Anwendungsszenario entsprechen.Eine Conversational UI sollte wahlweise durch Sprache oder Text gesteuert werden können, falls eine der beiden Optionen aus erdenklichen Gründen nicht möglich ist. Selbst visuelle Eingaben durch Videos oder Bilder einer Handykamera wären in der Zukunft denkbar.Sämtliche Anfragen an den Assistenten werden außerdem in jener Form ausgegeben, die für den Inhalt am meisten Sinn macht. Preise oder ein Datum stellt die Conversational UI in Text dar. Ein konkretes Produkt oder eine Sehenswürdigkeit wirkt durch ein Bild am besten.Die Frage nach dem Wetter lässt sich in gewohnter Weise über eine Infografik ideal visualisieren.Bei einer Standortabfrage etwa im Bereich Carsharing erscheint in Windeseile eine interaktive Karte auf dem Display.

Frontend und Backend

Wenn von smarten digitalen Assistenten die Rede ist, haben viele Menschen sofort eine App oder einen herkömmlichen Bot vor dem geistigen Auge.Wir alle sind bei den unterschiedlichsten Firmen Kunden.Daher erscheint den meisten von uns der Bereich des Kundenservice als offensichtlichste Einsatzumgebung der auf Künstlicher Intelligenz basierenden Helfer.Doch neben B2C - Fällen, in denen Kunden eben direkt mit der KI interagieren, existieren auch vielseitige Anwendungsmöglichkeiten im Hintergrund.Ganz im Sinne der von Leftshift One praktizierten Symbiose agieren Mensch und KI dabei stets gemeinsam, um am Ende die ideale Lösung für das jeweilige Problem zu finden.Selbstverständlich kann auch hier eine Conversational UI ihre Vorteile ausspielen.Denkbar wäre etwa ein Einsatz bei der Wartung von Maschinen.Über Geräuscherkennung ist es in Testfällen bereits möglich, den Zustand einer Maschine zu erfassen und eventuelle Schäden vorherzusagen.Über Conversational UI können diese Erkenntnisse mit Fragen eines Wartungsmitarbeiters verknüpft werden.Das Interface visualisiert dann beispielsweise den konkreten Korrekturprozess und gibt gleichzeitig eine Bedienungsanleitung oder eine Bestellmöglichkeit für Ersatzteile aus.

Fazit

Die Kombination aus Conversational UI und Künstlicher Intelligenz ist der logische nächste Schritt in der Entwicklung von smarten digitalen Assistenten.Sowohl Effektivität als auch die Qualität der User Experience steigen stark, wenn man die individuellen Bedürfnisse der Anwender als ultimativen Ausgangspunkt ernst nimmt.Unsere selbstentwickelte AI-as-a-Service-Plattform G.A.I.A. liefert uns dabei bereits die idealen technischen Voraussetzungen für die digitalen Helfer der Zukunft.
#assistent#bigdata#ai

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